Bericht Exkursion Bürgergarten Laskerwiesen
ExkursionenPosted by Raon 01 May, 2011 14:29:08Liebe Garten-Freunde,
gestern, am 30.04.2011 haben wir (Evelyn, Maren, Caro, Andrea und Raon) den Bürgergarten Laskerwiesen in Friedrichshain besucht. Frau Dr. Gerlinde Parchmann hat uns einen sehr freundlichen und umfassenden Eindruck vom Projekt gegeben. Dabei gab es auch interessante Anregungen für unser Projekt.
Im Einzelnen kamen folgende Aspekte zur Sprache:
- So früh wie möglich sollte ein Verein gegründet und die Gemeinnützigkeit anerkannt werden. Dies ist besonders wichtig in Bezug auf den Erhalt von Fördermitteln bzw. für Spendenquittungen. Der Verein muss dann unbedingt eine Vereinshaftpflichtversicherung abschließen!
- Die Anerkennung ist im Bereich von Gärten wohl unproblematisch, allerdings wird sie erst mit der ersten Steuererklärung nach einem Jahr rückwirkend anerkannt. Die Gemeinnützigkeit müsste aber vorliegen, um z.B. mit dem Senat Verträge zu schließen.
- Fördermittel können z. B. beim Bezirk, sonstige öffentliche Förderprogramme (Urban II), die Aktion Mensch, die Grüne Liga u. a. beantragt werden. Man kann z. B. auch die Möglichkeit bieten, Sozialstungen abzuleisten.
- Für die Planung des Gartens ist es sehr von Vorteil, Experten z. B. zu den Bereichen Garten-/Landschaftsplanung und Projektplanung (als Mitglieder) zu haben.
- Der Garten hat eine hohe Medienpräsenz z. B. durch Beiträge im Kiez-/Mieterblatt, der Berliner Woche, im Radio (Multikulti) oder im Fernsehen.
- Das Problem von Sanitäreinrichtungen und Unterstellmöglichkeiten für Geräte wurde durch zwei Hochseecontainer gelöst. Höchstwahrscheinlich wird für eine Toilette ein Wasseranschluss gebraucht. (Berücksichtigt werden muss auch das Abwasser.)
- Besonders praktisch ist eine soziale Einrichtung im Hintergrund: Neben der Laskerwiese liegt ein Gebäude mit Nachbarschaftscafe u. ä. Hier können für Gartentreffen Räume und für Gartenabfall die Mülltonnen benutzt werden. Etwas Ähnliches sollten wir auch für uns suchen, z. B. die Schule.
- Sonstige Praxistips: Es muss ein Weg gefunden werden, auch Neuzugezogene ins Boot zu holen, auch wenn das Projekt schon läuft. Bei vielen Beeten auf engem Raum sollte nichts mit zu weiten Wurzelausläufern gepflanzt werden. Gegen Vandalismus an den Pflanzen und "Mundraub" helfen unreif aussehende Sorten (gelb, schwarz). Rindenmulch als Beetunterlage hält das Wasser gut.
- Als gute Lektüre wurde das neue Buch von Christa Müller "Urban Gardening" empfohlen.
- Sehr angetan waren wir auch von der Gestaltung der Beetanlage, ohne gerade Wege und mit Beeten verschiedener Größe und Form.
- Weitere Kontakte könnte man zu den Pyramidengärten von Dr. Hoffmann am Flughafen Tempelhof oder zu Pervoli aufnehmen. Darüber sollten wir uns eventuell beim nächsten Treffen abstimmen.
- Dr. Parchmann wird die Satzung des Vereins Laskerwiese als Muster an Raon schicken.
- Die Laskerwiesen nutzen das Konzept der Parzellierung des Gartens. Mitglieder können für 10.-€/Jahr + 7.-€ Wassergeld eine der 35 Parzellen "pachten". Es entstand die Idee eines "Gastbeetes". Ein Beet, auf dem Interessierte Probepflanzungen vornehmen können, damit der Garten, wenn er diesem Konzept folgen sollte, trotzdem offen für Neues ist.
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